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Konzert 1: Sonntag, 9. Juli 2017, 17 Uhr
Bauernhof Hof, Oberwil bei Cham

Gratis-Shuttlebus ab Bahnhof Cham, ab 15.30 Uhr (bitte hier reservieren)

«KARNEVAL DER STILE»

ENSEMBLE CHAMÄLEON

Camille Saint-Saëns (1835–1921)
Septett Es-Dur op.65 für Trompete, Streichquintett und Klavier (1879/80)
Witold Lutosławski (1913–1994)
Variationen über ein Thema von Paganini für 2 Klaviere (1941)
Fritz Kreisler (1875–1962)
Marche miniature viennoise für Klaviertrio
Sofia Gubaidulina (*1931)
Ein Walzerspass nach Johann Strauss für Klavier und Streichquintett (1989)
Camille Saint-Saëns (1835–1921)
Le Carnaval des Animaux (Grande Fantaisie Zoologique) für 2 Klaviere, Streichquintett, Flöte, Klarinette, Schlagzeug (1886)

Ticketreservation

Ein grosser, fast etwas surrealer Spass soll es werden: zwei Konzertflügel nebst Streichern, Bläsern und Schlagzeug in einer grossen Scheune, die wie auf einer Halbinsel über der Steilwand der Kiesgrube thront, dazu hochvirtuose Musik, die sich mit einer gehörigen Portion Witz und Ironie in vergangenen Zeiten spiegelt und auch nicht davor zurückscheut, sich selbst ein wenig auf die Schippe zu nehmen!
Sofia Gubaidulina erlaubt sich einen Walzerspass nach Johann Strauss, und auch Fritz Kreisler verneigt sich vor seiner Wiener Heimat. Camille Saint-Saëns wiederum setzte sich zum Ziel, die französische Kammermusik vom erdrückenden Vorbild der «musique germanique» zu befreien, unter anderem auch durch den Rückgriff auf die Formen der Barockmusik. Unter diesen neobarocken Werken ist das Septett op. 65 das brillanteste und zugleich ironischste. Man ist sich nie ganz sicher, was in diesem Karneval der Stile nun wirklich ernst gemeint ist.
1886 hat Saint-Saëns innert weniger Tage den «Karneval der Tiere» geschrieben. Öffentlich aufgeführt werden durfte dieses Juwel aber erst nach seinem Tod 1921. Die wilden, poetischen, humorvollen, schrägen, sanften und auch sarkastischen Melodien dieser zoologischen Fantasie laden zum Träumen und Schmunzeln ein, ganz besonders, wenn im Reigen der porträtierten Tiere auch die Pianisten auftreten oder unter dem Titel «Fossilien» ein musikalisches Zitatenpotpourri dargeboten wird.
Mit der Spiegelung früherer Zeiten hat sich auch Witold Lutoslawski befasst, allerdings aus weit ernsterem Anlass. Als Warschau im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht besetzt und die Aufführung nationaler Musik verboten war, mussten die polnischen Komponisten ins Caféhaus ausweichen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, aber auch, um überhaupt noch Werke aufführen zu können. Im Klavierduo mit Andrzej Panufnik trat auch Lutoslawski von 1939 bis 1944 täglich in einem Warschauer Café auf. Er schrieb dafür über 200 Arrangements – von Bach bis Ravel und Debussy. Im Warschauer Aufstand sind sie alle verbrannt, ausgenommen die Paganini-Variationen. Ein Stück Kaffeehausmusik, das zu einem Standardwerk der Literatur für zwei Klaviere geworden ist ...

Ensemble Chamäleon
Madeleine Nussbaumer, Klavier – Charlotte Dentan, Klavier – Tobias Steymans, Violine – Denitza Kucera, Violine – Alexander Besa, Viola – Luzius Gartmann, Violoncello – Philipp Stubenrauch, Kontrabass – Laurent Tinguely, Trompete – Rute Fernandez, Flöte – Filipa Nunes, Klarinette – Raphael Christen, Schlagzeug
Das Ensemble Chamäleon wurde 1990 von Madeleine Nussbaumer gegründet. Es ist aus dem Zuger Musikleben nicht mehr wegzudenken. Im Kern ein Klaviertrio, nimmt es je nach Programm weitere Musikerinnen und Musiker und ihre Klangfarben dazu und spielt dieses Mal in Grossbesetzung.

Einführung zum Konzertort: Dr. phil. Benno Furrer,
Geograf, wissenschaftlicher Leiter der Schweizerischen Bauernhausforschung

Catering: Familie Hübscher, Hof, Oberwil / Wicki's Chäsland, Cham