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Konzert 2: Sonntag, 16. Juli 2017, 17 Uhr
Kapelle Maria vom Berg, Menzingen

 

«EN MARCHE!»

QUINTETTE MORAGUÈS

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Streichquartett d-Moll KV 421 (1783)
in der Bearbeitung für Bläserquintett von David Walter
Paul Hindemith (1895–1963)
Kleine Kammermusik op. 24,2
«Surprise»
Eine kleine Reise durch das Universum der Bläserquintett-Literatur
(Programm nach Ansage)

Ticketreservation

Wollte man für Mozarts d-Moll-Quartett einen Beinamen erfinden, es müsste «Geburtswehenquartett» heissen. Mozart brachte es zu Papier, während er an der Seite seiner Frau Constanze während ihrer ersten Niederkunft wachte. Es war der 17. Juni 1783. Nachts um halb 2 Uhr begannen die Wehen, «folglich war es mit dieser Nacht um alle Ruhe getan», bis der kleine Raimund Leopold gegen halb Sieben das Licht der Welt erblickte. Gestützt auf Constanzes Bericht erzählt ihr späterer zweiter Gemahl, der dänische Diplomat Nikolaus von Nissen, die Geschichte in seiner Mozartbiographie: «Zur Zeit, als seine Frau zum ersten Mal in Kindesnöthen war, arbeitete er sogar an dem zweyten der sechs Quartetten, welche er 1785 Joseph Haydn widmete. Diese Umstände waren gewiss nicht zum Notendenken geeignet, da er nie am Claviere componirte, sondern die Noten zuvor schrieb und vollendete, und sie dann erst probirte; und dennoch belästigte ihn nichts, wenn er in dem Zimmer arbeitete, wo seine Frau lag. So oft sie Leiden äusserte, lief er auf sie zu, um sie zu trösten und aufzuheitern; und wenn sie etwas beruhigt war, ging er wieder zu seinem Papier. Nach ihrer Erzählung wurden der Menuett und das Trio gerade bey ihrer Entbindung componirt.»
Paul Hindemith war 27-jährig, als er 1922 für die Frankfurter Bläser-Kammermusikvereinigung, eines der ersten festen Bläserquintette in Deutschland, seine Kleine Kammermusik komponierte. Die fünf Sätze sind von lakonischer Kürze, weit entfernt von spätromantischer Ausdrucksmusik. Sie sind aber auch eine Aufforderung, ganz genau hinzuhören, um ja nichts zu verpassen. Wer dies tut, entdeckt die kühle Schönheit von fünf filigranen Perlen, vielleicht am berührendsten in der zarten Impression des Adagio, der eigentlichen Mitte des Werks.
Der zweite Teil des Konzert steht unter dem vielversprechenden Titel «Surprise» und wird uns auf eine kleine Reise zu Höhepunkten im musikalischen Universum der Bläserquintett-Literatur mitnehmen. Wir lassen uns gerne bewegen: «En marche!»

Quintette Moraguès
Michel Moraguès, Flöte – David Walter, Oboe – Pascal Moraguès, Klarinette – Pierre Moraguès, Horn – Giorgio Mandolesi, Fagott
Das Quintette Moraguès mit den drei Brüdern Moraguès wurde 1980 in Paris gegründet und besteht mit Ausnahme des Fagottisten heute noch aus den Gründungsmitgliedern – sicher eines der Geheimnisse für die enorme Ausstrahlungskraft des Ensembles. Eine zweite Besonderheit sind die Bearbeitungen von David Walter, die zur Erweiterung der Bläserquintett-Literatur ganz erheblich beigetragen haben.

Einführung zum Konzertort: lic. phil. Beatrice Sutter, Historikerin

Catering: Colicchio Vini, Zug