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Konzert 3: Sonntag, 23. Juli 2017, 17 Uhr
Aula des Gewerblich-Industriellen Bildungszentrums in Zug

 

«HAMMERKLASSIK»

RONALD BRAUTIGAM / ESTHER HOPPE / CHRISTIAN POLTÉRA

Joseph Haydn (1732–1809)
Klaviertrio Es-Dur Hob. XV:29
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Klaviertrio D-Dur op. 70 Nr. 1 «Geistertrio»
Franz Schubert (1797–1828)
Klaviertrio Es-Dur op. 100 D 929

Ticketreservation

Haydn schrieb während seines zweiten Englandaufenthaltes 1794/95 insgesamt zwölf Klaviertrios, die er ausdrücklich auf die Möglichkeiten des grösseren und klangvolleren englischen Hammerflügels ausrichtete. Das Es-Dur-Trio ist der Pianistin Theresa Jansen, verheiratete Bartolozzi, gewidmet, einer Clementi-Schülerin, die damals im Londoner Musikleben Furore machte und der Haydn in herzlicher Freundschaft verbunden war. Die Bezeichnung für den letzten Satz des Trios – in the German Style – bezieht sich auf den damals modischen «Deutschen Tanz», den Vorläufer des Walzers, dessen stampfender Dreivierteltakt denn auch im rasend schnellen Presto assai weidlich ausgekostet wird.

Im Winter 1808/09 wohnte Beethoven im Hause der Gräfin Erdödy. Hier stellte er seine beiden neuen Klaviertrios op. 70/1 & 2 der Wiener Öffentlichkeit vor, wobei er selbst den Klavierpart spielte. Für E. T. A. Hoffmann offenbarte sich der Charakter des D-Dur-Trios gleich im Hauptthema im ersten Satzes: «ein frohes, stolzes Bewusstseyn eigener Kraft und Fülle». Der populär gewordene Beinamen «Geistertrio», der auf den Beethoven-Schüler Carl Czerny zurückgeht, widerspricht dem nur scheinbar, bezieht er sich doch nur auf den langsamen Mittelsatz: «Der Character dieses sehr langsam vorzutragenden Largo ist geisterhaft schauerlich, gleich einer Erscheinung aus der Unterwelt.» Doch «wie der Sturmwind die Wolken verjagt», so verdrängt das Finale die von Beethoven so wunderbar gestaltete Schwermut des Largo und kehrt zurück zur Stimmung des Kopfsatzes.

Schuberts Werke wurden zu seinen Lebzeiten hauptsächlich im intimen Rahmen von Hauskonzerten aufgeführt. Das gilt auch für die Erstaufführung seines Klaviertrios in Es-Dur: es wurde Anfang 1828 zur Verlobung von Schuberts Schulfreund Josef von Spaun gegeben. Es war eine von Schuberts letzten Kompositionen, geschrieben im November 1827 im Umkreis der Winterreise. Das gigantische Werk mit einer Länge von 45 Minuten war in den Augen von Robert Schumann ein Nonplusultra romantischer Kammermusik, das 1828, beim Erscheinen der gedruckten Ausgabe, «wie eine zürnende Himmelserscheinung» über das damalige «Musiktreiben» hinweggegangen sei.

Ronald Brautigam,  Hammerflügel – Esther Hoppe, Violine – Christian Poltéra, Violoncello
Letztes Jahr durften wir in der prall gefüllten Kirche Maschwanden im Zusammenspiel zwischen Esther Hoppe und Christian Poltéra eine kammermusikalische Sternstunde erleben. Dieses Jahr nun stösst der international renommierte Pianist Ronald Brautigam zu den beiden. Die drei nehmen uns mit auf eine atemberaubende Reise in die Zeitenwende um 1800 und in die Umbrüche der Gattung Klaviertrio von Haydn bis Schubert.

Einführung zum Konzertort: Dr. phil. Brigitte Moser, Kunsthistorikerin
und lic. phil. Thomas Glauser, Historiker, Stadtarchivar von Zug

Catering: Colicchio Vini, Zug